Selbst die karnevalsbedingte Auszeit im Düsseldorfer Landtag lässt die Abgeordneten der Fraktion „Bündnis`90/Die Grünen“ nicht zur Ruhe kommen. Anstatt die letzten Wintertage im Kurzurlaub auf der Skipiste oder an der See zu verbringen, machten sich die 28 Frauen und Männer in ihre Wahlkreise auf, um Einrichtungen der Feuerwehr zu besuchen.

„Solche Thementage sind enorm hilfreich, um Verständnis für praktische Fragestellungen zu fördern“, sagte der heimische Abgeordnete Ali Bas, nachdem ihn Wachleiter Walter Wolf und Stellvertreter Wolfram Schneider in der Ahlener Hauptfeuerwache begrüßt hatten. Der Landesverband der Feuerwehren war bei der Koordinierung des Praxistages behilflich, um den Politikern ein möglichst breites Spektrum aus Feuerschutz und Rettungsdienst vorzuführen. „Das reicht von der Berufsfeuerwehr über Ausbildungseinrichtungen bis hin zu Werks- und Flughafenfeuerwehren“, fasste Wolf zusammen, der seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Verbandsarbeit engagiert ist.

„Ein Knochenjob ist das“, schickte Ali Bas anerkennend voraus. Obwohl selbst nicht unsportlich, weiß der Ahlener nicht so recht, ob er eine 24-Stunden-Schicht auf der Wache ohne Weiteres durchstehen würde. „Das müsste ich mir sehr genau überlegen.“ Umso wichtiger sei es deshalb, so Bas, dass die Feuerwehr ausreichend Nachwuchs findet. In den jüngeren Jahrgängen sei das derzeit kein Problem, meint Wolf. „Schwierig wird es mit 21, 22. Dann werden Beruf und Privates immer wichtiger und die Leute brechen uns weg.“ Diesem Trend könne nur mit notwendigen Änderungen in der Ausbildung begegnet werden –  sowohl für hauptamtliche wie für freiwillige Kräfte. Bas, der im Landtag Experte für berufliche Bildung ist, will diese Anregung mit in die fraktionsinterne Auswertung nehmen, die sich dem landesweiten „Feuerwehrtag“ anschließen wird.

Für das Ehrenamt sind die Feuerwehren „ein großer Stützfaktor“, waren sich Bas und Wolf einig. Gerne würden sie es sehen, wenn sich mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für diese wichtige Aufgabe finden ließen. Erst im letzten Jahr tagte zu dieser Frage der Integrationsrat der Stadt Ahlen in der Hauptfeuerwache, dem Ali Bas seit fünf Jahren angehört. Der uneingeschränkten Wertschätzung durch die grüne Landtagsfraktion dürften sich die Feuerwehren im Lande sicher sein, so der 37-jährige Politiker: „Feuerwehr und Rettungsdienst darf man nicht ideologisieren, das ist reine Sachpolitik, die sich an dem Notwendigen orientieren muss.“ Seine Fraktion bringe sich deswegen auch aktiv in die aktuellen Beratungen zur Änderung des Feuerschutzgesetzes ein.