Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen mit der Verfassung nicht vereinbar ist erklären Ali Baş, Sprecher für interreligiösen Dialog, und Andrea Asch, kirchenpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

Ali Baş: „Mit der Entscheidung des Verfassungsgerichts gegen ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen wird ein lange Jahre andauernder Konflikt beendet und für die betroffenen Frauen Rechtssicherheit geschaffen. Den jetzt vom Verfassungsgericht kassierten Passus hatte die schwarz-gelbe Rüttgers-Regierung mit dem damaligen Integrationsminister Armin Laschet in das Schulgesetz schreiben lassen. Jetzt gilt es, das Urteil im Detail zu betrachten – insbesondere in Bezug auf die praktische Umsetzung. Mit dem Urteil wird zugleich auch das gesellschaftspolitische Signal gesetzt, kopftuchtragende Frauen nicht weiter vom Arbeitsmarkt auszugrenzen.“

Andrea Asch: „Das Urteil des Verfassungsgerichtes ist über die Kopftuchentscheidung hinaus von grundsätzlicher Bedeutung. Wir begrüßen die Entscheidung, die Privilegierung von christlichen und abendländischen Symbolen aufzuheben. Damit wird die multireligiöse Vielfalt in Deutschland anerkannt und dem Grundgesetzt entsprochen, das die Gleichstellung von Religionen vorgibt.“